SPD Ortsverein Landau

Wir trauern um Kurt Ludwig

Ortsverein

Nachruf auf Kurt Ludwig von Rolf Gauweiler in der "Rheinpfalz" 31. Oktober 2012

Ein echter Demokratie-Lehrer

Nachruf: Kurt Ludwig ist nach schwerer Krankheit gestorben – 28 Jahre im Landauer Stadtrat, 40 Jahre in der SPD

Von Rolf Gauweiler

In der Nacht zum gestrigen Dienstag ist der Landauer Kommunalpolitiker Kurt Ludwig im Alter von 67 Jahren im Vinzentius-Krankenhaus seinem Krebsleiden erlegen. Als der pflichtbewusste Politiker, der selten eine Ausschusssitzung versäumte, in den vergangenen Wochen immer öfter im Rathaus fehlte, fürchteten seine Weggefährten schon das Schlimmste. Zumal er aus seiner Krankheit kein Geheimnis machte, offensiv mit ihr umging – und tapfer. Wie gern hätte er nach stressigen 35 Jahren als Berufsschullehrer in Edenkoben seinen Ruhestand genossen, wäre auf dem schweren Motorrad, Ausdruck seines Strebens nach innerer Freiheit, mit seiner Frau in die Ferne gedüst, ans Nordkap wie im vergangenen Jahr vielleicht, wovon er Daheimgebliebenen mit leuchtenden Augen erzählte. Es war ihm nicht vergönnt.Ludwig ist im westpfälzischen Kübelberg geboren, doch Landaus Südstadt, wohin er als achtjähriger Bub zog, war für ihn mehr als ein Wohnort, sie war ihm Heimat und Kraftquell. Im Stadtrat, dem er seit 1984 angehörte, brachte er ungezählte Anträge ein, die das Augenmerk der Kommunalpolitik auf das Kleine-Leute-Viertel richten sollte, in dem er sich so wohlfühlte. Auf die Landesgartenschau, die er nun nicht mehr erleben darf, hat er sich sehr gefreut, sah sie als eine Chance zur Stadtentwicklung.

Wer ihm widersprach, genoss zwar seinen Respekt, durfte auf Schonung jedoch nicht hoffen. Kurt Ludwig suchte keinen Streit, ging ihm aber auch nicht aus dem Weg, Demokratie begriff er als vitalen Austausch von Meinungen. Er war zu Kompromissen bereit und fähig, nur faul durften sie nicht sein. Seinen Schülern brachte er nicht nur Englisch, Sozialkunde und Sport bei, sondern auch, dass dieser Staat leidenschaftliche Bürger braucht und keine Duckmäuser. Dass Neonazis sich der Herzen und Hirne junger Leute bemächtigen, hat den zweifachen Vater umgetrieben. Sein Leitbild war der mündige Citoyen, der mutig seine Belange gegenüber der Obrigkeit vertritt. Dies hat ihn manchmal mit Verwaltungsleuten zusammenrempeln lassen, wenn er glaubte, dass sie fern der Interessen von Bürgern entscheiden. Dann rauchte es im Ratssaal, Ludwig kannte keine Verwandten mehr und noch nicht mal Parteifreunde.

Gleichwohl war Kurt Ludwig ein loyaler und in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat, in einer anderen Partei hätte man sich ihn schlecht vorstellen mögen. Vor 40 Jahren, in der Euphorie der „Willy-wählen-Zeit“ der Brandt'schen Ostpolitik, hat er zur SPD gefunden. Ludwig verfügte über Tugenden, die früher als klassisch sozialdemokratisch galten. Er übte Solidarität mit Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens standen. Er achtete Bildung als Schlüssel zu sozialem Aufstieg, hatte ja selbst als junger Mann in der Fabrik malocht und war Lehrer über den zweiten Bildungsweg geworden. Er war ein verlässlicher Partner gegenüber allen, die mit einem Anliegen an ihn herantraten. Noch vom Krankenlager telefonierte er mit unserer Redaktion, weil er sich sorgte, dass bei der Debatte um die Zukunft der Rundsporthalle „seine“ Boxer vergessen würden, für die er stets eingesetzt hatte.

Viele werden empfinden wie der Landauer SPD-Chef Maximilian Ingenthron, der gestern spontan sagte: „Er wird uns unendlich fehlen.“ Ingenthron stellt seinen „Ziehvater“ in eine Reihe mit Sozialdemokraten wie Ewald Bruder und Elisabeth Morawietz. Dass Kurt Ludwig die Herzen seiner Genossen berührte, zeigt sich an dem warmen Applaus, der dem Abwesenden sechs Tage vor seinem Tode auf dem Parteitag zuteilwurde.

Gestern Abend legten im Stadtrat auch Politiker, die sich mit Ludwig manchen Strauß geliefert hatten, weiße Rosen auf den Platz des Verstorbenen. Schweigend gedachten die Stadtpolitiker eines Kollegen, den Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer mit hörbar brüchiger Stimme als „Südstädter, Landauer und Pfälzer“ würdigte, der sich um das Gemeinwesen verdient machte und den alle vermissen werden.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße
Ausgabe: Nr. 254
Datum: Mittwoch, den 31. Oktober 2012
Seite: Nr. 17

 
 
 

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