SPD Ortsverein Landau

SPD fordert Einführung einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen

Fraktion

8. August 2010

Am heutigen "Weltkatzentag" hat Dr. Maximilian Ingenthron für die SPD-Stadtratsfraktion einen Prüfantrag auf Einführung einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen eingereicht. Die SPD kommt damit einer Forderung von Tierschutzorganisationen in Kommunen und dem Bund nach, die einen solchen Beschluss für dringend geboten erachten.

Der Antragstext lautet:

„Die Stadt Landau prüft die Einführung einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen“.

Begründung:

Tierschutzverbände und Tierheime weisen bundesweit vehement auf die wachsenden Bestände von freilebenden Katzen hin. Auch in Landau besteht dieses Problem, wie unlängst seitens des Tierheims bestätigt worden ist (vgl. Berichterstattung der Rheinpfalz vom 9. Juli d. J.). Gerade das Tierheim ist von den Folgen dieser wachsenden Population besonders betroffen.

In Landau stellt sich die Situation so dar, dass das Tierheim Maria Höffner im Rahmen des Fundtiervertrages für die Stadt Landau die Verwahrung von Fundtieren aus dem Stadtgebiet Landau übernimmt. Dafür zahlt die Stadt Landau einen festgelegten Satz pro Tier/Tag für maximal 42 Tage. Kann der Besitzer des Fundtieres nicht ermittelt werden (z. B. wegen eines fehlenden Chips oder Tätowierung und /oder fehlender Registrierung), muss das Tierheim nach der genannten Frist alleine für die Kosten aufkommen.

Dieser Zuschuss könnte durch die Einführung der Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht in vielen Fällen vermieden werden, weil sie geeignete Voraussetzungen dafür sind, den Besitzer zu ermitteln. Als Kennzeichnung sollte in jedem Fall die Tätowierung vorgeschrieben werden. Die Registrierung der Tiere sollte entweder beim Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes e. V. oder alternativ bei Tasso e. V. erfolgen. Ohne die Registrierung ist die Rückführung an den Besitzer erheblich erschwert.

Die Stadt Paderborn hat ein solches Gebot in ihrer „Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt“ verankert. Sie gilt bundesweit als in dieser Frage beispielhaft handelnd. Laut Deutschem Tierschutzbund „klären die dortigen Veterinärbehörden die Katzenhalter über das Problem der unkontrollierten Fortpflanzung auf. Die Zahl der Kastrationen der Katzen aus privater Haltung hat daraufhin deutlich zugenommen.“

Als weitere Argumente für die Einführung der Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen können genannt werden:

• Verminderung der Fortpflanzung und des Katzenelends durch verwahrloste besitzerlose Katzen. Weniger Belästigung der Bevölkerung.

• Reduzierung des Problems für das Tierheim in Landau, wegen der Überfüllung mit scheuen Katzen weniger vermittelbare Katzen aufnehmen zu können.

• Zu hohe Populationsdichte von Katzen erhöht das Abwandern der Katzen, die anschließend vermehrt als Fundtiere aufgegriffen werden (erhöhte Kosten für die Kommunen).

• Bedingt durch die Verdrängung aus Revieren und der Suche nach potenziellen Geschlechtspartnern erhöht sich das Risiko, dass diese Katzen durch vermehrte Überquerung von Straßen verunfallen und damit sich und auch den Mensch gefährden.

• Steigende Katzendichte und damit steigender Stress in der Population bewirkt eine Schwächung des Immunsystems und damit erhöhen sich auch die Erkrankungen der Tiere, die bei Katzen häufig lebensgefährlich sind (dazu zählen Varianten des Katzenschnupfens, Katzenseuche sowie FIP (Feline Infektiöse Peritonitis), FIV und Leukose). Die Tiere verenden häufig elend oder werden stark abgemagert, teils bereits in Agonie, ins Tierheim verbracht. Diese Situation stellt einen tierschutzwidrigen Zustand dar. Zudem gefährden diese herrenlose Katzen den Gesundheitsstatus von anderen in Menschenobhut gehaltenen Katzen.

• Dezimierung von frei lebenden Tieren (Wildtieren), teils bestandsbedrohter Tierarten durch vermehrten Katzenbesatz.

• Vermehrte Verunreinigung von Gärten und öffentlichen Plätzen durch Katzenkot. Dadurch Infektionsgefahr für den Menschen durch die erhöhte Möglichkeit der Übertragung parasitärer Erkrankungen.

Diesem Antrag sind als ergänzende Materialien die Verordnung der Stadt Paderborn und der Entwurf einer Tierschutz-Katzenverordnung des Deutschen Tierschutzbundes beigefügt.

Ich bin davon überzeugt, dass mit der Verpflichtung zur Kastration, der Kennzeichnung und Registrierung der Katzen in Landau ein ganz wichtiger Beitrag zum Schutz von Tieren und Menschen geleistet werden kann. Es ist zugleich ein Signal an die vielen ehrenamtlichen Tierschützerinnen und Tierschützer, deren Sorgen wir ernst nehmen und ihre gut begründeten Anregungen in unser politisches Handeln einfließen lassen sollten.

 
 
 

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